14.4.2005 Roebling und die Kanonenbahn - TA

Ein Kamera-Team des MDR folgt gegenwärtig einem rund 80 Jahre alten Reiseführer des Leipziger Verlagshauses Baedeker für eine weitere Sendung "So war´s früher - Mit Baedeker durch Deutschland". Für die Folge "Von Mühlhausen nach Rotenburg a. d. Fulda" wurden gestern die Dreharbeiten auf Schloss Bischofstein bei Lengenfeld unterm Stein abgeschlossen.
Von Reiner SCHMALZL LANDKREIS. Mit einem Motorrad aus den 1920er Jahren sorgte in den letzten Tagen ein junger Mann beispielsweise auf den Straßen von Mühlhausen und Lengenfeld unterm Stein für Aufsehen. Ferdinand Moll (Arndt Vollprecht), eine historisch verbürgte Figur und Mitarbeiter des Leipziger Verlagshauses Baedeker, sah sich im Eichsfeld und in der Stadt Mühlhausen um. Dabei wurde "Herr Moll" von einem Kamera-Team des MDR begleitet, um für eine weitere Sendung "So war´s früher - Mit Baedeker durch Deutschland" zu drehen. Die 6. Folge mit dem Regisseur Michael Erler aus Leipzig trägt den Untertitel "Von Mühlhausen nach Rotenburg a. d. Fulda". So entdeckte der Redakteur und Weltenbummler Ferdinand Moll allerhand Sehenswertes hinter den Mauern der ehemals Freien Reichsstadt Mühlhausen. Auf dem Bahnhof war er allerdings etwas überrascht, dass im Vergleich zu früheren Zeiten nur noch relativ wenige Menschen in die Züge stiegen, obwohl sich deren Komfort doch gewaltig verbessert hat. Schließlich gewinnt die Tour ihre Spannung aus dem Kontrast, der sich aus den Beschreibungen von damals und den oft tief greifenden Veränderungen im Heute ergibt. In Mühlhausen begab sich der Baedeker-Redakteur vor allem auf die Spuren von Johann August Roebling, dem Konstrukteur der legendären Brooklyn-Brücke von New York. Ein frischer Wind pfiff Ferdinand Moll um Nase und Ohren, als er im offenen "Wagen" über das Viadukt in Lengenfeld/Stein fuhr. Weil auf der Ende 1992 stillgelegten Eichsfelder Kanonenbahn keine Züge mehr verkehren, bot sich zwischen Küllstedt und Geismar eine Tour mit der Fahrraddraisine an. An deren Steuer saß Margareta Stude, die ihrem Gast als letzte Bahnhofswärterin von Lengenfeld/Stein natürlich Eisenbahn-Nostalgie pur aus 125 Jahren Kanonenbahn vermitteln konnte. Am Bahnhof von Lengenfeld, der jetzt zu verfallen droht, wurden Herr Moll und Frau Stude durch Manfred Schramm als Bahnhofsvorsteher willkommen geheißen. So wie Margareta Stude trug auch Manfred Schramm, der übrigens den Diedorfer Bahnhof bewohnt, selbstverständlich eine originale Reichsbahnuniform.Gestern wurden die Dreharbeiten auf Schloss Bischofstein und im benachbarten Kloster Hülfensberg abgeschlossen. Gesendet wird die Folge "Von Mühlhausen nach Rotenburg a. d. Fulda" am Pfingstsonntag, 15. Mai, um 19 Uhr im MDR.
14.04.2005

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