25.05.2004 Zeit für Visionen - TA

Mit der Draisine zwischen Dingelstädt und Lengenfeld/Stein unterwegs. Ein Zwischenstopp am Küllstedter Tunnel, um dort ein Museum zu besuchen. In den Köpfen derer, die sich mit der Entwicklung des Eichsfeldes befassen, ist dies schon Realität.
Von Claudia BACHMANN Mit einem Kommunaltag endeten gestern Abend die Naturparktage in Lengenfeld/Stein. Genutzt wurde dieser, um Ideen und Visionen von einer touristischen Entwicklung zu präsentieren, aber auch, um Kritik zu üben. Noch immer sei die Zusammenarbeit der Eichsfeld-Dörfer nicht optimal, kritisierten Jörg Engelmann-Bärenklau, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Lengenfeld/Stein, Hildebrandshausen, Rodeberg und Lengenfelds Bürgermeister Augustin Dienemann und führten als Negativbeispiel die VG Ershausen / Geismar an.
Auf fünf Hauptgebiete wolle man sich bei der Entwicklung des Eichsfeldes konzentrieren, sagte Dr. Johannes Hager, Leiter der Naturparkverwaltung, auf Landwirtschaft, Freizeit, Natur, regenerative Energie-Gewinnung und - quasi als Klammer - auf Bildung, Kultur und Soziales. Der Anfang ist gemacht, mit einer Erzeugerbörse, der Baumschule im Walsetal in Dietzenrode, die jene Obstsorten kultivieren will, die einst im Eichsfeld typisch waren, mit einer Solidargemeinschaft von derzeit 14 Gastwirten, mit einer Streuobst-Wirtschaft nahe Teistungen, dem Ausbau des Gutes Beinrode, das ein zentrales Landschulheim werden könnte.
Der im Unstrut-Hainich-Kreis gelegene Teil des Eichsfeldes will sich vor allem mit der Kanonenbahn einbringen, machte der Vorsitzende des Kanonenbahnvereins, Winfried Stöber, deutlich. Vor Jahren wurden sie noch belächelt, die Idealisten, die die fünf Kilometer lange Strecke nahe Lengenfeld/Stein von Büschen und Gestrüpp frei schnitten. Das Viadukt, das das Dorf überspannt, halte noch mindestens 30 Jahre, habe er in den vergangenen Tagen aus einer neuen Studie erfahren, schließlich sind die Draisinen nicht allzu schwer. Die könnten einmal zwischen Dingelstädt und Geismar fahren; das zweite Gleis - vor etwa 80 Jahren still gelegt - könnte ein Radweg werden. "Es ist auch möglich, die Bahnhöfe wieder zum Leben zu erwecken. So könnte eine Draisine alle zwei oder drei Kilometer einen Zwischenstopp einlegen", erklärte Stöber. Im Hinterkopf habe man auch, die gesamte Kanonenbahnstrecke als Modell nachzubauen.
Ein 3,5 Kilometer langer Radweg wird auch zwischen Geismar und Lengenfeld/Stein entstehen. Das kündigte ein Vertreter des Abwasserzweckverbandes an. Gebaut werden soll der auf einem Schmutzwasserhauptsammler. Schaffen wolle man auch eine Verbindung zwischen den beiden Flüsschen Rosoppe und Frieda. Derzeit "stört" ein Wehr.
24.05.2004

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