8.6.2004 Vier Draisinen sollen noch weiter rollen - TLZ

Kanonenbahnverein plant Fahrten bis nach Geismar
Dingelstädt. (tlz/jmr) Wenn so viele Züge am Bahnhof in Silberhausen wöchentlich halten würden wie am Sonntag in nur vier Stunden die zwei Draisinen in Dingelstädt oder Kefferhausen, im Südeichsfeld gebe es kein Problem mehr mit der Personenbeförderung auf Schienen.
Groß war der Andrang, mussten die Vorstandsmitglieder Hermann Redemann und Bernd Riese vom ausrichtenden Kanonenverein die interessierten Besucher auf Minuten des Wartens vertrösten. Rund eine halbe Stunde waren die beiden ,,Fahrräder auf Schienen" zwischen dem ehemaligen Bahnübergang am alten Bahnhof und dem drei Kilometer entfernten Ort an der Unstrutquelle unterwegs. Mit großer Freude genossen die vier bis fünf Mitfahrer bei zehn Euro Fahrgeld die vom Dingelstädter Stadtrat Josef Rheinländer initiierte Fahrt auf der stillgelegten Strecke. Dennoch verzogen sich die Mienen der Verantwortlichen, kam man auf die Deutsche Bahn AG zu sprechen. ,,Sie hat uns 100 Euro für die paar Stunden abgeknüpft", entrüstet sich Redemann' der als Schatzmeister im Vorfeld zahlreiche Gespräche und Schreiben mit der Bahn wegen der Genehmigung tätigen musste. ,,Sie hat nichts dafür vorbereitend gemacht" sagt Redemann' der auch noch Versicherungen abschließen musste.
Der Kanonen verein mit seinen 49 Mitgliedern - bis auf Wachstedt und Büttstedt sind alle Orte entlang der legendären Kanonenbahn vertreten - will die Strecke unbedingt reaktivieren und mit seinen insgesamt vier Draisinen die gesamte Strecke bis Geismar befahren. ,,Außerdem soll parallel noch ein Radwanderweg entstehen", erklärt Rheinländer. Dieser soll bei Frieda Anschluss an den Werra-Radwanderweg haben, Nicht ganz so überzeugt von der Realisierung ist der Dingelstädter Bürgermeis¬ter Siegfried Lins. ,,Man müsste ungefähr 250 000 Euro in die Reaktivierung des Objektes investieren", meinte das Stadtoberhaupt - eine schwierige Sache angesichts leerer Kassen und mangelnder Sponsoren.
Seit zwei Jahren engagiert sich der Verein für die Erhaltung des vorhandenen Streckenteil von Dingelstädt bis nach Geismar und will somit ein Stück deutsche Eisenbahngeschichte und -romatik der Nachwelt erhalten. Dass die Mitglieder auf einem guten (Schienen)-Weg sind, hat die große Resonanz der Be¬ölkerung am Sonntagnach¬mittag bei der Premiere in der Unstrutstadt bewiesen.
Große Freude hatten Alt und Jung bei der Fahrt auf der Draisine auf der rund drei Kilometer langen Strecke zwischen Dingelstädt und Kefferhausen. Foto: tIz/Meyer

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